Aug 29 2009
Reicht auch ein “Mini-Businessplan” für Existenzgründungen?
Viele Existenzgründer schrecken vor der Erstellung eines Business-Plans zurück, wenn sie erst einmal verschiedene Muster aus dem Internet heruntergeladen oder sonstwie erhalten haben. Unternehmenskonzepte mit mehreren Dutzend Seiten einschließlich umfangreicher EXCEL-Tabellen mit ausführlichen Planzahlen sind keine Seltenheit. Sie fragen sich nicht ohne Grund: “Muss denn soviel Aufwand für ein kleines Einmann-Geschäft sein?”
Die Frage ist natürlich berechtigt. Die Aufnahme einer freiberuflichen Übersetzertätigkeit kann schwerlich mit dem Erwerb einer Beteiligung an einem mittelständischen Unternehmen mit zahlreichen Beschäftigten gleichgesetzt werden.
Zunächst kommt es aber auf die Begleitumstände an. Wer einen sechsstelligen Kredit bei einem Finanzinstitut aufnehmen möchte, um das Existenzgründungsvorhaben zu finanzieren, muss sich zweifellos mehr Fragen vom Finanzier gefallen lassen als der Existenzgründer, der lediglich seinen Gründungszuschuss aufgrund eine Anspruchs auf des ALG I haben möchte. Und wer gar keine finanziellen Mittel zur Existenzgründung anstrebt, wird auch nicht nach nach seinem Businessplan gefragt, wenngleich die Erstellung desselben auch in diesem Fall aus betriebswirtschaftlichen Gründen dringend zu empfehlen ist.
Für die Beantragung eines Gründungszuschusses ohne Zusatzfinanzierung dürfte in der Regel ein Mini-Businessplan ausreichen. Es muss lediglich eine vernünftige Basis für die Tragfähigkeitsbeurteilung durch die fachkundige Stelle vorhanden sein. Wieviele Seiten ein solches Unternehmenskonzept umfassen soll, ist generalisierend schwer zu sagen, doch dürften in der Rege auf 10 Seiten alle wesentlichen Informationen unterzubringen sein. Neben der Geschäftsidee und der Beschreibung der persönlichen und fachlichen Eignung des Gründers genügt meist eine kurze Markt- und Wettbewerbseinschätzung sowie die Erörterung organisatorischer Fragen wie Rechtsform- oder Standortwahl. Dazu die Planzahlen für Kapitalbedarf und dessen Deckung sowie eine kleine Rentabilitäts- und Liquiditätsvorschau – und fertig ist der Mini-Businessplan.
Wenn jemand dagegen ein komplexes Internet-Startup finanzieren lassen möchte – und das am besten an der Börse -, dann muss er sich schon etwas mehr anstrengen. Und das zu Recht!

