Immer mehr Menschen sind unsicher, ob sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung benötigen, oder es reine Geldverschwendung ist. Zum ersten Mal stellen sie sich die Frage, wenn sie mit dem Thema Berufsunfähigkeit durch den Freundes- oder Familienkreis bzw. durch die Medien in Berührung kommen. Stiftung Warentest und Co. bestehen immer wieder darauf, dass die Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll und sogar notwendig sei, wenn jemand auf seine Arbeitskraft angewiesen ist. Doch ist das immer der Fall?
Berufsunfähigkeitsversicherung tatsächlich sinnvoll?
Ja und nein. In der Regel argumentieren Versicherungsvertreter, dass die BU Versicherung, neben der Haftpflichtversicherung, zu den Pflichtversicherungen zählt. Doch dies wird zu einseitig betrachtet. Ein professioneller Fußballspieler, der sich bei einem Spiel eine dauerhafte Verletzung zu zieht, ist berufsunfähig. In diesem Fall wäre es sinnvoll gewesen, die Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen, da er mit diesem Sport sein Geld verdient. Die monatlichen Beiträge sind für einen Fußballspieler allerdings recht hoch, da die Wahrscheinlichkeit berufsunfähig zu werden ebenfalls hoch ausfällt.
Weniger sinnvoll ist der Abschluss der BU Versicherung für Erwerbstätige, die nicht dauerhaften körperlichen Belastungen ausgesetzt sind. Dazu gehören unter anderem Ärzte, Unternehmer, Architekten, Ingenieure, Lehrer und Verwaltungsfachleute. Die Ursachen einer Berufsunfähigkeit sind in den vergangenen Jahren immer häufiger psychischer Natur, aus diesem Grund sind die obigen Berufsfelder nur mit Vorsicht zu genießen. Ob die Versicherung für Interessierte tatsächlich sinnvoll ist, muss jeder selbst entscheiden. Wichtig ist, dass sie weitere wichtige Informationen zu Berufsunfähigkeitsversicherungen auf GELD.de nachlesen.
Häufige Ursachen für Berufsunfähigkeit
Neben der bereits erwähnten Psyche sind ebenfalls häufige Probleme der Herz-Kreislauf, Krebs sowie der Bewegungsapparat. Aufgrund erhöhter Stressfaktoren hat in den vergangenen Jahren der Anteil psychischer Ursachen stark zugenommen. Demnach kann für Menschen, die zwar nicht körperlich hart arbeitet, aber jeden Tag einer hohen psychischen Belastung ausgesetzt sind, die Berufsunfähigkeitsversicherung ebenfalls sinnvoll sein.
Die Preisentwicklung
Das unabhängige Analyseunternehmen Morgen & Morgen hat 360 Tarife von 77 Anbietern untersucht. Das aktuelle Ranking zur Berufsunfähigkeitsversicherung zeigt, dass die Unterschiede über die Berufsgruppeneinstufung immer größere Unterschiede in den Beiträgen hervorbringen. Versicherte in risikoarmen Berufen sind die klaren Gewinner. Morgen & Morgen untersuchte die Tarife für 145 Berufe. Davon stiegen die Beiträge für nur 30 Berufe, alle anderen verzeichneten geringere monatliche Kosten. So zahlt ein Notar bei einer BU-Rente von 1.500 Euro monatlich rund 50 Euro im Monat. Eine gleichwertige BU-Rente eines Dachdeckers mit höherem Berufsunfähigkeitsrisiko kostet dagegen viermal so viel.